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Erde aus Otranto, Italien

In unzähligen dünnen Schichten gespachtelte Erd- und Gesteinspigmente,

manchmal mit dem Pinsel lasierend zart übereinander gestrichen, um abschließend partiell wieder abgeschliffen oder eingeritzt zu werden: diese besondere Art der Farbfläche ruft nicht zufällig Assoziationen an die Oberfläche einer steinernen Skulptur hervor. Ganz bewusst setzt Barbara Karsch-Chaïeb die Materialien als eigenwertige Farbschichten ein, um zugleich ihren substantiellen Charakter herauszustreichen.
Eng verknüpft mit Materialität und Haptik ist dabei stets die Herkunft und Eigengeschichte des einzelnen Pigments oder Gesteinsmehls. Seine Historie und sein geographischer Kontext werden ins Werk hinein geholt, nehmen nicht zuletzt Bezug auf die individuelle Geschichte der Künstlerin und ihrer süddeutschen Heimat. Gleich einem Erinnerungsspeicher schaffen Pigmente und Ölschiefer virtuelle Verbindungen zu Orten in aller Welt, wie auch zu lange vor unserer Zeitrechnung angesiedelten erdgeschichtlichen Epochen…


Dr. Marion Vogt, gesamter Text