Stille Helden

06.02. bis 07.05.2012
Ephemerals
Zeppelinmuseum Friedrichshafen

Ephemerals / Stille Helden
Mit Leinöl bearbeitete Inkjet-Drucke, Schrift aus Erd- und Gesteinsmaterialien, Stille Helden, Video, 5:00 Min., 2012

Historische Bilder aus den Zeppelin-Werken und von Luftschifffahrten zeigen Menschen in ihrem Alltag: Arbeiter, die Metallkonstruktionen bauen, Stoffhüllen nähen oder Tests mit Gasmischungen durchführen, Maschinisten, „Zellenpfleger“, Funker und das Personal, das bei den Fahrten in Restaurant, Bar oder Service arbeitete. Die ausgedruckten Fotografien aus dem Archivbestand der Luftschiffbau Zeppelin GmbH wurden mit Leinöl bearbeitet.

Die obersten Bildschichten sind abgetragen, das Trägermaterial ist transparent. Fast beiläufig zwischen die technischen Exponate und in die Kunstsammlung integriert, erscheinen die Bilder wie langsam verblassende Erinnerungen an eine mythische Zeit.

Daten und Zahlen, mit Erd- und Gesteinspigmenten aus den entsprechenden Ländern auf den Boden notiert, nehmen Bezug auf die von den Luftschiffen angesteuerten Orte in aller Welt: Fragmente, die ihren Kontext verloren haben und im Laufe der Zeit ebenso verschwinden werden wie die am und im Zeppelin arbeitenden Menschen. In einem Video tauchen in regelmäßigen Abständen Porträts dieser Menschen auf. Eingebettet in eine Handkamerafahrt über das Tempelhofer Feld in Berlin, wo mit dem Schwarzschen Luftschiff das Kapitel der Zeppeline einst eingeleitet worden war, geben die Bilder Raum für Assoziationen und Projektionen. Ein Netz stiller Verweise wird durch die Räume des Museums gespannt und bringt die Flüchtigkeit von gelebtem Leben und Geschichte unmittelbar zum Erlebnis.

Ephemerals
Winfried Stürzl, Kurator der Ausstellung, Ausstellungskonzept.

Mit Dank an das
Archiv der Luftschiffbau Zeppelin GmbH, Frau Waibel, Herr Flühmann und Frau Nustede.

© 2012 Bilder und Texte: Winfried Stürzl & beteiligte Künstler:innen
Photocredits Stille Helden: Barbara Karsch-Chaïeb
Bildrechte: VG-Bildkunst Bonn

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